Denkwege zu einer neuen Souveränität

Denkwege zu einer neuen Souveränität – Methoden zur Gewinnung und Präzisierung politischer Standpunkte

Joachim PaulDer Beitrag will Zugänge zu neuen allgemein anwendbaren Denktechniken aufzeigen, die sowohl ein reflektierendes Abstandnehmen von – nicht nur politischen – Problemstellungen ermöglichen als auch als Kreativitätstechniken zur Gewinnung neuer Sichtweisen und Standpunkte geeignet sind. „Technik“ impliziert, dass die Methoden auch eine formale Seite haben. Sie sind – obwohl formal präzise fundiert – für jeden geeignet und anwendbar. Alle vorgeführten Methoden werden über „Eine kurze Geschichte des Denkens“ historisch hergeleitet und kulturell eingeordnet.


Joachim Paul,
geb. 1957, studierte an der Ruhr-Universität Bochum, diplomierte im Fach Angewandte Physik/Biophysik und nahm an EU-geförderten Forschungsprojekten zu Themen der Künstlichen Intelligenz teil. Am Institut für normale und pathologische Physiologie der Universität Witten/Herdecke promovierte er im Schnittfeld von Biophysik, Informatik und Medizintechnik mit einer Arbeit zu neuronalen Netzen.
Nach Tätigkeiten als Berater, Autor und Dozent in der Erwachsenenbildung arbeitet er seit 1998 als wiss. Referent für neue Medien am LVR-Zentrum für Medien und Bildung.
Seit 1996 betreibt er ein Forum für Innovationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur im WWW (www.vordenker.de) und beschäftigt sich „nebenberuflich“ mit Philosophie, Medienphilosophie und Logik. Seit 2009 ist er Mitglied der Piratenpartei und bloggt und twittert seit 2010 unter dem Nick Nick Haflinger.

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Ethical Gamification Patterns

Ethical Gamification Patterns

ErtraeglichkeitDer Einsatz von Spielmechaniken (WeightWatchers, Foursquare) um Menschen zu motivieren oder Probleme zu lösen nennt sich Gamification. Richtig spannend wird Gamification erst mit der Aktivität im politischen und gesellschaftlichen Bereich. Wenn Greenpeace Jedis gegen den kleinen VW-Vader schickt, die Stellungnahme einer Partei zur Bahnreform spaßig wird oder Kinder zur Freigabe ihrer Geoposition zwecks weniger besorgter Eltern motiviert werden, schuftet im Hintergrund ein feinjustiertes Belohnungssystem. Doch wer in die Handlungen von Menschen so einschneidend eingreift, muss Kritik einstecken. Gamification ist deshalb nicht unumstritten. Der Vortrag erzählt den steinigen Weg zu den Erfolgsmustern von Gamification, die niemandem korrumpieren sollen.


Vadim Neklyudov
ist Masterstudent der Medieninformatik an der Fachhochschule Düsseldorf. Dafür schrieb er seine Bachelorarbeit über „motivational design” einer Tourismusseite, die Crowdsourcing einsetzt. Neben klassischer Informatik beschäftigen ihn im Studium die Unerträglichkeiten des Internets wie Anonymität, soziale Gesichtserkennung und Geotracking. Zuletzt hat er als wissenschaftliche Hilfskraft Wissensdokumentation mit Hilfe von Social Media durchgeführt.

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Infrastrukturen ohne Staat?!?

Infrastrukturen ohne Staat?!?

Jens-Wolfhard Schicke-UffmannDurch das Internet haben auch wenig einflussreiche Gruppen die Möglichkeit sich zu vernetzen und untereinander Infrastruktur-ähnliche Dinge aufzubauen. Der Zugang zu solcher (regelmäßig hochgradig effizienter) Infrastruktur wird dann oft entweder durch Gruppenzugehörigkeit oder, in Ermangelung klarer Gruppengrenzen, durch notwendiges Wissen begrenzt. Obwohl die eingesetzten Technologien prinzipiell auf Millionen Benutzer ausgelegt sind, kommt der Effizienzgewinn nur wenigen Eingeweihten zu gute. Auf diese Weise werden innovative und teilweise sehr experimentelle Lösungen für verschiedene Probleme gefunden (Beispiel: Internetbezahlsystem).

Durch eine staatliche Unterstützung entsprechender Ansätze könnten nicht nur schneller mehr Menschen von diesen Ansätzen profitieren, sondern würden auch Netzwerkeffekte deutlich schneller ausgenutzt.

Der Vortrag wird diese Argumentation am Beispiel von Bitcoins konkretisieren.


Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann,
24, ist Programmierer, Pirat, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Braunschweig und Firmengründer (ungefähr in dieser Reihenfolge).

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Holzweg Direkte Demokratie

Holzweg Direkte Demokratie – Wieso eine repräsentative Demokratie besser ist

Christian 'NineBerry' SchwarzForderungen nach mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Bürger werden immer lauter. Das Internet bietet als Technologie neue Möglichkeiten, Modelle für direkte Demokratie umzusetzen. Ist direkte Demokratie aber wirklich sinnvoll oder liefert repräsentative Demokratie nicht doch die besseren Ergebnisse? Welche Alternativen zu direkter Demokratie gibt es, um mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Bürger umsetzen zu können?


Christian “NineBerry” Schwarz
*1978, Software-Entwickler, engagiert sich seit 2009 politisch in der Piratenpartei Deutschland und hier vor allem in gesellschaftspolitischen Fragen.
Seit Ende 2010 ist er Vorsitzender des Bezirksverbands Karlsruhe der Piratenpartei.

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Die gesellschaftliche Singularität ist nah

Die gesellschaftliche Singularität ist nah – Thesen über die Anpassung der Gesellschaft an das Computerzeitalter

Die technologischen Grundlagen von Kommunikation haben sich die letzten zwei Jahrzehnte in einem Ausmaß verändert, dass man daraus eine ebenso drastische Veränderung der Gesellschaft hätte erwarten können. Doch eigentümlicher Weise blieben diese Veränderungen – jedenfalls in einer angemessenen Dramatik – aus.

Michael SeemannDie Ereigniswellen, die nun seit diesem Jahr überall auf die Welt hereinbrechen, könnten der vermisste Dammbruch dieser Umwälzung sein. Die Revolutionen in der arabischen Welt, die Exzesse in London, die Proteste in Madrid, Athen, Tel Aviv, Istanbul, das Wutbürgertum in Deutschland sowie die Tea-Party-Bewegung in den USA sind Teil eines allgemeinen, weltweiten Prozesses der Neuordnung von Gesellschaft. Gehen wir nach Crouch dem Zeitalter der „Postdemokratie” entgegen? Vollzieht sich die Umwandlung in die „nächste Gesellschaft”, wie Dirk Baecker sie formuliert?

Die derzeitige Organisation der Gesellschaft – so meine These – bricht ihre bisherige Form auf und sucht eine Organisationsform, die den neuen, viel komplexeren Möglichkeiten ihrer Medien entspricht. Dabei verändert sich das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft derart, dass die bisherigen Politikformen diese nicht mehr zufriedenstellend abbilden können. Es existiert kein Konzept – nicht mal der Vorschlag für ein Konzept – für diese neue notwendige Politikform und es steht in Frage, ob es so etwas überhaupt geben kann. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung, dass dennoch nicht alles im Chaos versinkt. Doch diese Hoffnung stützt sich schon nicht mehr in erster Linie auf den Menschen.


Michael Seemann, geboren 1977, studierte Angewandte Kulturwissenschaft in Lüneburg. Seitdem arbeitet er an seiner Doktorarbeit über philosophische Theorien des Archivs und ist seit 2005 mit verschiedenen Projekten im Internet aktiv. Er gründete twitkrit.de und die Twitterlesung, organisierte verschiedene Veranstaltungen und betreibt den Podcast wir.muessenreden.de. Vor einem Jahr begann er das Blog CTRL-Verlust zuerst bei der FAZ, seit September auf eigene Faust, in dem er über den Verlust der Kontrolle über die Daten im Internet schreibt. Normal bloggt er unter mspr0.de und schreibt unregelmäßig für verschiedene Medien wie RollingStone, ZEIT Online, c’t und das DU Magazin.

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Die Zukunft wissenschaftlicher Qualifikationen

Die Zukunft wissenschaftlicher Qualifikationen – Eine Zukunftsvision aus aktuellem Anlass

Anatol StefanowitschAngeregt durch die aktuellen Fälle von Titelschwindel und ein jahrelanges schleichendes Gefühl, dass das althergebrachte wissenschaftliche Qualifikationssystem weder den Anforderungen der Wissenschaft noch den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters gerecht wird, denkt Anatol Stefanowitsch in diesem Vortrag über eine radikale Alternative nach, in der formale Qualifikationen inkrementell durch eine Vielzahl unterschiedlicher, tatsächlich relevanter Beiträge zur Forschung erworben werden, und skizziert die vernetzte Infrastruktur, die dafür nötig wäre.


Anatol Stefanowitsch
ist Sprach- und Kulturblogger, Sprachwissenschaftler und Netzaktivist für wissenschaftliche Ehrlichkeit. Er ist in Berlin, London und Hamburg aufgewachsen, studierte in Hamburg und Houston, und ist derzeit Professor für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2007 bloggt er über Sprache und Sprachnörgler, zurzeit im Sprachlog auf SciLogs.de. Außerdem ist er Mitinitiator des Gruppenblogs DE PLAGIO, auf dem Wissenschaftsblogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sich mit wissenschaftlichem Betrug und wissenschaftlicher Redlichkeit befassen.

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2 Wings to Fly

2 Wings to Fly

Fabio ReinhardtIn der SPD gibt es die Seeheimer und die Netzwerker. In der CDU gibt es die Konservativen und die Gemäßigten, bei den Grünen die Fundis und die Realos. Überalls gibt es mindestens zwei Flügel. Schon bei Lenins KPR gab es die Bolschewiki und die Menschewiki. Warum braucht es in Parteien die offiziellen Bekundungen, zu einem Flügel zu gehören? Führt es zu mehr Stabilität? Oder täuscht man einfach eine Meinungsvielfalt vor, die es so gar nicht gibt?

Und was bedeutet es für die Piraten, dass es keine offiziellen Flügel gibt, bzw. dass es keine offizielle Anerkennung der Interesseströmungen gibt? Liegt es an der größeren Konsensfähigkeit und erspart wertvolle Energien, die sonst für interne Flügelkämpfe draufgehen, oder macht man es Neu- wie Altmitgliedern schwerer sich in den Entscheidungsfindungsprozessen der Partei zurechtzufinden, und verschenkt wertvolle Medienzeit, in der beide Seiten zu Wort kämen statt nur eine? Welche Folgen hat es für den internen Meinungsbildungsprozess, wenn die Legitimität eines Flügel nicht mehr anerkannt wird, wie es das Schicksal der Menschewiki war? Kann es auch mehr als 2 Flügel geben und wie sind die Parteien in Deutschland diebezüglich aufgestellt?


Fabio Reinhardt:
Studium der Neueren und Antiken Geschichte und Politikwissenschaft an der TU Braunschweig und an der Universität Pécs mit Abschluss als Magister Artium 2009. Schwerpunkte waren Osteuropäische und südostasiatische Geschichte, Mediengeschichte und Kriegsberichterstattung, Hegemonietheorie und Failed States.
Aktuell lebe ich als Journalist, freier Autor und Referent in Berlin. Mitglied der Piraten bin ich seit 2007. Ansonsten aktiv bei AK Vorrat, Freiheitsredner, Humanistische Union, Pro Asyl. Teilgenommen an der Open Mind 2010 habe ich auch und fand sie toll.

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Herausforderungen der Informationsfreiheit

Herausforderungen der Informationsfreiheit – Warum eine gute Sache verdammt anstrengend wird.

Daniel SchweighöferIn diesem Vortrag behandelt Daniel Schweighöfer den Paradigmenwechsel von einer Gesellschaft der Informationskontrolle zur Gesellschaft der Informationsfreiheit. er erläutert die sozialen Konsequenzen, die dieser mit sich bringt, und versucht einen Ausblick dafür zu geben, warum es sich lohnt, sich für diesen Paradigmenwechsel einzusetzen.

Daniel Schweighöfer:
Aufgewachsen in der fremdenfeindlichen tiefen nordhessischen Pampa setzte ich mich gezwungenermaßen so früh wie möglich mit dem Netz und Rechnern auseinander. Zum Informatik Studieren verschlug’s mich nach Paderborn, wo ich die Philosophie und später das Schreiben für mich entdeckte. Inzwischen wohnhaft in Berlin versuche ich neben dem 40-Stunden-Hamsterrad des Webentwicklertums meine Ansichten weiter zu entwickeln und die Debatte um eben jene zu bereichern.

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Engagement lohnt sich

Engagement lohnt sich – Lehren aus einer Online-Petition
Lars FischerSeit Oktober 2008 kann man online Petitionen an den Bundestag richten – aber was bringt das? Das Beispiel Open Access zeigt, dass das System gerade Spezialthemen ein Forum bietet, und dass man keineswegs hunderttausende Unterschriften braucht, um politisch etwas zu bewegen.

Lars Fischer
ist studierter Chemiker und Chemielaborant. Nach dem Diplom wandte er sich dem Bloggen zu und arbeitete als freier Wissenschaftsjournalist für verschiedene Publikationen. Seine Spezialgebiete sind neben Chemie und Materialwissenschaft unter anderem scheußliche Tropenkrankheiten, chemische Evolution und Geowissenschaften. Seit 2008 betreut er für Spektrum der Wissenschaft die Blogplattform SciLogs.de und ist seit 2010 Redakteur bei spektrumdirekt.

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Achtung – unser Ticketmann macht Urlaub

Unser Ticketmann macht eine Woche Urlaub – also bitte nicht wundern, wenn einfach mal ne Woche lang nichts zurück kommt. Er ist ab 03.09.2011 wieder da und wird sich dann der Ticketbestellungen annehmen.

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