2 Wings to Fly

2 Wings to Fly

Fabio ReinhardtIn der SPD gibt es die Seeheimer und die Netzwerker. In der CDU gibt es die Konservativen und die Gemäßigten, bei den Grünen die Fundis und die Realos. Überalls gibt es mindestens zwei Flügel. Schon bei Lenins KPR gab es die Bolschewiki und die Menschewiki. Warum braucht es in Parteien die offiziellen Bekundungen, zu einem Flügel zu gehören? Führt es zu mehr Stabilität? Oder täuscht man einfach eine Meinungsvielfalt vor, die es so gar nicht gibt?

Und was bedeutet es für die Piraten, dass es keine offiziellen Flügel gibt, bzw. dass es keine offizielle Anerkennung der Interesseströmungen gibt? Liegt es an der größeren Konsensfähigkeit und erspart wertvolle Energien, die sonst für interne Flügelkämpfe draufgehen, oder macht man es Neu- wie Altmitgliedern schwerer sich in den Entscheidungsfindungsprozessen der Partei zurechtzufinden, und verschenkt wertvolle Medienzeit, in der beide Seiten zu Wort kämen statt nur eine? Welche Folgen hat es für den internen Meinungsbildungsprozess, wenn die Legitimität eines Flügel nicht mehr anerkannt wird, wie es das Schicksal der Menschewiki war? Kann es auch mehr als 2 Flügel geben und wie sind die Parteien in Deutschland diebezüglich aufgestellt?


Fabio Reinhardt:
Studium der Neueren und Antiken Geschichte und Politikwissenschaft an der TU Braunschweig und an der Universität Pécs mit Abschluss als Magister Artium 2009. Schwerpunkte waren Osteuropäische und südostasiatische Geschichte, Mediengeschichte und Kriegsberichterstattung, Hegemonietheorie und Failed States.
Aktuell lebe ich als Journalist, freier Autor und Referent in Berlin. Mitglied der Piraten bin ich seit 2007. Ansonsten aktiv bei AK Vorrat, Freiheitsredner, Humanistische Union, Pro Asyl. Teilgenommen an der Open Mind 2010 habe ich auch und fand sie toll.

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2 Responses to 2 Wings to Fly

  1. Michael Hartung says:

    Flügel gibt es bei uns mehr als genug. Und alle schlagen in verschiedene Richtungen. Das macht es einfach, weil es sowieso nur ein paar wenige nicht kontroverse Punkte gibt, einerseits. Und es wird schwierig, weil es die Handlungsfähigkeit enorm erschwert, andererseits. Aber es ist lösbar. Alles ist lösbar. Und wenn es einfach wäre hätte man ja nicht die Piraten damit “beauftragt”.

    • Jürgen Ertelt says:

      Fabio, bei der SPD haben die Seeheimer auch die netzpolitischen “Flügel” und netzwerken überparteilich effizient ;-)

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